| 1. | Es besteht in Berga seit langer Zeit eine von Frau Barbara v. Reitzenstein geb. v. Watzdorf gemachte Stiftung, welcher ein Haus, das sog. Hospital, sowie ein im Laufe der Zeiten angesammeltes Kapital zu Gebote steht. In diesem Hause sollen alte, bedürftige aber würdige Personen aus dem Gemeindebezirk Berga a/E. für die Dauer ihres Lebens ein Unterkommen, sowie nach Maßgabe der vorhandenen Mittel bare bezügl. Naturaluntertützung erhalten. |
| 2. | Aus Anlaß der Ablebens des hochseligen Kaiser[s] Wilhelm I ist nun eine Stiftung ins Leben gerufen worden, zunächst wohl in der Absicht, in unserer Gemeinde dem erhabenen Begründer des deutschen Reiches ein Denkmal von Stein und Erz zu setzen, nach übereinstimmender Ansicht derer aber, welche zu dieser Stiftung beigetragen haben, soll nunmehr in dankbarer Erinnerung an die großen, sozialen Schöpfungen des hochseligen Kaisers der Zweck derselben darin bestehen, bedürftigen und würdigen Armen eine gesicherte Unterkunft und Unterstützung für die Zeit ihrer Arbeitsunfähigkeit zu bieten. |
| 3. | Da demnach die genannten beiden Stiftungen demselben Zwecke dienen, so erscheint es im Interesse der Sache, eine Vereinigung derselben derart herbei zu führen, dass sie gemeinsam zur Erreichung des vorgesehenen Ziels beitragen. |
| 4. | Seither stand stiftungsgemäß dem jeweiligen Besitzer des Rittergutes Schloßberga in Concurrenz mit dem jeweiligen Oberpfarrer in Berga die Auswahl der in das Hospital aufzunehmenden Personen wie überhaupt die Verwaltung der Stiftung unter Oberaufsicht der Staatsbehörden zu, nach dem Inkrafttreten der in § 3 getroffenen Vereinbarung indessen sollen die dem genannten Rittergutsbesitzer u. Oberpfarrer in Bezug auf die Stiftung zustehenden Befugnisse auf den jeweiligen Bürgermeister von Berga ausgedehnt werden, so dass also in Zukunft von den genannten 3 Personen die Verwaltung gemeinschaftlich ausgeübt wird. Beschlüsse werden per majora gefasst. |
| 5. | Zu den Befugnissen der Verwaltung gehört auch die Einsetzung eines Hospital-Verwalters, Das Rechnungsführeramt verbleibt wie es seither gewesen ist, in der Hand des jeweiligen Oberpfarrers. Die Rechnungen für das Reitzensteinsche Legat und die Kaiser-Wilhelm-Stiftung werden getrennt geführt. |
| 6. | Die aus den in § 4 genannten 3 Herren bestehende Verwaltung hat auch für die bauliche Instandhaltung und Verbesserung des sog. Hospitals Sorge zu tragen und über dieselbe Beschluß zu fassen, und sind die dazu erforderlichen Gelder stiftungsgemäß dem Reitzensteinschen Legat zu entnehmen, nach Hinzutritt der Kaiser-Wilhelm-Stiftung aber von derselben anteilig mit zu bestreiten. |
| 7. | Die in Vorstehenden getroffene Vereinigung tritt mit dem 1. Januar 1891 in Kraft. |
| Zur Geschichte des Hauses: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Das "Spittel" ist eines der ältesten Häuser von Berga, denn es wurde bei dem großen Stadtbrand 1842 nicht mit zerstört. Die Geschichte dieses Gebäudes geht zurück auf eine im Jahre 1692 von Susanna Barbara von Reitzenstein geb. von Watzdorf eingerichtete Stiftung für ihren Geburtsort Berga. Aus den Zinsen dieser Stiftung konnte auch das Hospital für Arme und Bedürftige eingerichtet werden. Eine weitere Stiftung, nach dem Tode von Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1888 gegründet, sollte dem gleichen Zweck dienen. Aus diesem Grund wurden beide Stiftungen mit Wirkung ab dem 01. Januar 1891 vereint zur | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kaiser-Wilhelm-Stiftung. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bis in die 1980er Jahre wurde das Gebäude zu Wohnzwecken genutzt, bevor es 1996 grundhaft saniert und dann für die Sozialstation des DRK bereitgestellt werden konnte. Seit 1999 ist es Sitz des Bergaer Heimat- und Geschichtsvereins. Das Haus wird genutzt für eine ständige Ausstellung zur Heimatgeschichte, die Präsentation einer Mineraliensammlung aus der Region und ein Raum bietet Platz für Ausstellungen zu wechselnden Themen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Statut der Kaiser-Wilhelm-Stiftung im Hospital zu Berga betreffend. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||